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Wie Babys und Kinder sprechen lernen und wie Eltern sie dabei unterstützen können

Aktualisiert: Aug 31

Die Sprachentwicklung bei Kindern ist ein faszinierender Prozess! Und Sprechenlernen beginnt nicht erst dann, wenn ein Kind anfängt, Laute oder Wörter zu produzieren, sondern bereist im Mutterleib!


Meilensteine der Sprachentwicklung


Sprachentwicklung ab Geburt bis zum 9. Lebensmonat

Die Grundlagen der Sprachentwicklung werden bereits vor der Geburt gelegt. Ab etwa der zweiten Schwangerschaftshälfte ist es in der Lage, akustische Reize wahrzunehmen. Kaum ist das Baby auf der Welt, erinnert es den Schall, den es vor der Geburt im Mutterleib gehört hat und baut auf diesem Wissen auf. So können Neugeborene die sanfte Stimme ihrer Mama eindeutig von anderen Frauenstimmen unterscheiden, erkennen die Stimme des Vaters, der Geschwister und die bekannten Geräusche aus der Umgebung, die wiederum Vertrauen und Geborgenheit vermitteln. Forscher haben zudem herausgefunden, dass Säuglinge bereits im Alter von einem Monat zwischen Lauten unterscheiden können, z. B. den Unterschied zwischen „pa“ und „ba“.


Bei der Geburt ist das menschliche Ohr also bereits vollständig entwickelt. Das Baby nutzt diese Anlagen maximal aus, indem es sich den Stimmen aktiv zu oder abwendet, Töne und Klänge interpretiert und den Klang der menschlichen Stimme imitiert. Die erste Lautäußerung des Neugeborenen ist der Neugeborenenschrei. Und das Schreien bleibt für einige Monate das stärkste Ausdrucksmittel, mit dem sich das Kind „zu Wort meldet“. Zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat wird das sogenannte „Lallstadium“ erreicht, in dem die Verdopplung von einfachen Silben (Lautketten wie „dada“ oder „mamama“) im Vordergrund steht. Anfangs kann man bei allen Säuglingen auf der Welt dieselben Laute hören und vermag nicht die Nationalität des Babys zu erkennen. Dann passen sie sich dem Regelwerk der jeweiligen Umgebungssprache an, indem sie nur noch Laute ihrer Muttersprache produzieren und die Silben entsprechend betonen.


Sprache bei Babys und Kleinkindern – 9. bis 36. Lebensmonat

Auch wenn Babys noch nicht sprechen können, verstehen sie dreimal so viele Wörter. Das Sprachverständnis entwickelt sich circa im 9. bis 12. Lebensmonat. Das Baby realisiert, dass Dinge und Personen einen Namen haben, und speichert diese ab. Mit der Zeigegeste verdeutlicht es uns, dass es den Namen von etwas noch einmal hören möchte.


Der Wortschatz eines jeden Kindes hängt vom jeweiligen Sprachangebot an das Kind ab. Bis 1,5 Jahren bauen die Kinder langsam ein kleines Vokabular von 50 Wörtern auf, in dem Sie jede Woche 3-5 neue Wörter sprechen.

Danach treten Sie in den sogenannten Wortschatzspurt. In dieser Entwicklungsphase lernen sie bis zu zehn neue Wörter täglich. Ein 24 Monate altes Kind verfügt bereits über ein passives Vokabular von ungefähr 300 Wörtern. Im Alter von drei Jahren sprechen die

Kinder bereits 500 Wörter aktiv.


Grammatikentwicklung bei Kindern bis 4 Jahre

Die Grammatikentwicklung kann in fünf Entwicklungsphasen beschrieben werden. Sie schreitet kontinuierlich und langsam von Einwort- zu Zweiwortäußerungen („Milch haben, Papa weg“) im zweiten Lebensjahr voran, um sich dann im dritten Lebensjahr rasant über Mehrwortäußerungen („Ich kaufe Erdbeeren.“) zum komplexen Satz („Du kannst schneller rennen, weil du größer bist.“) zu entfalten. Mit dem vierten Geburtstag ist der Grammatikerwerb weitestgehend abgeschlossen.


Sprachförderung – so hilfst Du Deinem Kind beim Sprechenlernen


Das Sprachangebot der Umgebung ist enorm wichtig! Aus zahlreichen Studien wissen wir längst: Je besser das Sprachangebot der Eltern, desto leichter wird das Kind die jeweilige Sprache erlernen und desto besser sind auch die späteren Lese- und Schreibfähigkeiten! Spreche deshalb ab dem ersten Tag mit Deinem Kind, auch wenn es noch nicht antwortet – es nimmt Dein Sprachangebot auf und nutzt es für seine Sprachentwicklung.

Hier sind ein paar Tipps, die Dir dabei helfen, ein gutes Sprachvorbild für Dein Kind zu sein:

  • sei liebevoll und einfühlsam⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

  • begebe Dich auf Augenhöhe⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

  • setze Körpersprache (Mimik und Gestik) ein

  • benenne, beschreibe und erkläre Dinge und Ereignisse in Eurem Alltag

  • unterbreche Dein Kind nicht und fordere es nicht zum Nachsprechen auf

  • ermuntere zum Sprechen, indem du Fragen stellst und geduldig zuhörst

  • erzähle Geschichten, lese viel vor und singt gemeinsam Lieder


Denke immer daran: Sprechen soll Spaß machen und Eure Bindung stärken. Biete Deinem Kind deshalb die Möglichkeit, die Freude an sprachlicher Kommunikation tagtäglich zu erleben!


Und hier kommt noch ein Geschenk für Dich: Der kostenlose Sprachgold-Miniratgeber- 6 Dinge, die du als Sprachvorbild unbedingt vermeiden solltest. Klicke auf das Bild, um ihn dir kostenlos herunterzuladen.






Wenn Du mehr über die Bedeutung der Sprache für Dein Kind erfahren möchtest oder Du ich fragst, was normal in der Sprachentwicklung ist und was auf eine Sprachstörung bei Kindern hindeutet, dann schaue bei den anderen Blogartikeln vorbei. Dein Kind spricht noch nicht? Hier findest du eine ausführlichen Beitrag zum Thema Late Talker.


In einer Sprachberatung oder einem Coaching kann ich individuell auf Deine Fragen und Anliegen eingehen. In den Sprachgold Onlinekursen lernen Eltern wie sie die Sprachentwicklung ihres Kindes stärken und fördern können!

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