Suche

Kita zu oder Quarantäne? So unterstützt du die soziale und emotionale Entwicklung deines Kindes

Aktualisiert: 17. März

Unsere Kinder haben durch die Pandemie eine Vielzahl von sozialen Gelegenheiten verpasst. Immer wieder werden Kindergärten und Schulen geschlossen oder Verabredungen, Geburtstagsfeiern, die Teilnahme an Mannschaftssportarten und der Kontakt zu anderen eingeschränkt. In diesem Artikel erhältst du 4 Tipps, wie du zu Hause die sprachlichen und sozialen Kompetenzen Deines Kindes fördern und sein Selbstbewusstsein stärken kannst.


Wie sich Kontakteinschränkungen auf unsere Kinder auswirken

Kindergarten, Schule und Spielgruppen sind enorm wichtig für Kinder. Kita- und Schulschließungen sowie Kontaktbeschränkungen haben Folgen für die geistige Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen und ihre Bildungschancen. Sie wirken sich auch auf ihre psychosoziale Entwicklung aus. Denn all diese Situationen spielen eine entscheidende Rolle für die soziale und emotionale Entwicklung: Freundschaften schließen, sich abwechseln, teilen, kooperieren, Problemlösung und Perspektivenübernahme zu meistern - all das kann ohne die Umwelt nicht gelernt werden!


"Soziale Kontakte im wirklichen Leben sind entscheidend, damit Kinder sich gesund entwickeln. Aber ihre sozial-pragmatische Sprachreise beginnt bereits bei Euch zu Hause!"

Hier kommen 4 Tipps was du tun kannst:


1. Soziale Fähigkeiten von Kindern zu Hause fördern

Untersuchungen haben gezeigt, dass das Vorleben und Zeigen eine der besten Möglichkeiten für Kinder ist, eine neue soziale Fähigkeit zu erlernen. Je mehr Du diese Fähigkeiten im Alltag vorlebst, desto besser wird Dein Kind mit ihnen vertraut und beginnt sie selbstständig zu nutzen! Hier sind einige meiner bevorzugten sozialen Fähigkeiten, die wir ausbauen können:

  • SOZIALE FLOSKELN: Sei freundlich und winke anderen zu, wenn Du „Hallo“ und „Tschüss“ sagst. Nutze selbst „Bitte“, „Danke“, „Entschuldigung“ oder „Es tut mir leid“, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Je mehr Du diese personal-sozialen Wörter im richtigen Kontext nutzt und wiederholst, desto eher wird Dein Kind die Kraft hinter diesen gesellschaftlich wichtigen Wörtern verstehen.

  • BERÜHREN: Demonstriere geeignete Möglichkeiten, anderen nahe zu sein oder sie zu berühren. Erkläre: „Hände sind nicht zum Schlagen da, aber Hände können winken oder streicheln, schau … !“

  • POSITIVE VERSTÄRKUNG: Wenn Du zu Deinem Kind sagst:„Ja! Du hast es geschafft!" oder "Ich mag, wie du ____!" Dann ist es wahrscheinlicher, dass es diese positiven Aussagen anderen gegenüber wiederholt.

  • GEFÜHLE: Beschreibe wie Du, Dein Kind oder andere sich fühlen und erkläre, warum. Zeige, dass alle Emotionen und Gefühle erlaubt sind. So lernt Dein Kind, dass es in Ordnung ist, diese Emotion zu fühlen, und dass es auch für andere in Ordnung ist, sich so zu fühlen! „Du fühlst dich traurig, weil __. Es ist okay, traurig zu sein. Kann ich dich umarmen?"

  • ABWECHSELN: Übe von Anfang an wechselseitige Interaktionen, indem Du Fragen stellst und sie beantwortest. Je früher Du damit beginnst, desto eher wird Dein Kind die Idee der Gegenseitigkeit und damit das Prinzip des Dialoges verstehen. Beginne bereist im Säuglingsalter. Wenn Dein Baby plappert, plappere zurück und schau, wie lange Du die Hin- und Her-Interaktion am Laufen halten kannst! Das ultimative Ziel ist es, Gespräche zu führen, denn dies ist eine so wichtige soziale Fähigkeit im Leben!

  • TEILEN/ZUWENDEN: Übe das Teilen während des Spiels. Pronomen sind hierbei eine wichtige Wortart (ich, du, mein Ball, sein Bagger). Je mehr Du diese modellierst, desto eher wird dein Kind das Konzept verstehen. In diesem Video zeige ich dir wie es geht - hier.

2. Rollenspiele - Das So Tu so, als ob -Spiel

Du kannst auf zwei Arten von Rollenspielen nutzen, um soziale Szenarien zu demonstrieren.


Rollenspiele mit Spielzeugfiguren

Wählt gemeinsam jeweils einen Charakter aus und spielt verschiedene echte soziale Situationen nach, z.B. „Familie“ oder „Schul- oder Kitatag“, „Arztpraxis“ etc.. Geeignete Spiel- und Materialempfehlungen findest du hier.


Im Spiel selbst in unterschiedliche Rollen schlüpfen

Im Spiel kannst Du sozial angemessene Interaktionen demonstrieren. Einige meiner liebsten sozialen Szenen sind:

  • GRÜSSEN / PERSÖNLICHE FRAGEN: Übt „Hallo“ und „Auf Wiedersehen“ zu sagen und euch gegenseitig persönliche Fragen zu stellen, wie „Wie heißt du?“, „Wie alt bist du?“ und magst du______?" Auf diese Weise können Kinder das Stellen und Beantworten von Fragen üben, was dazu beiträgt, jemanden besser kennenzulernen.

  • OBJEKTE TEILEN: Schnapp Dir ein Objekt und lass jede Person/Charakter damit einmal an der Reihe sein bzw. darum zu bitten. „Ich bin dran/ Du bist dran.“

  • VERLETZT: Eine Puppe hat sich verletzt. Die andere kann fragen: „Geht es dir gut?“, „Was ist passiert?“ und/oder „Brauchst Du Hilfe?“ Dies ist eine großartige Möglichkeit, Empathie auszuleben und über Gefühle zu sprechen.

  • PROBLEMLÖSUNG: Iniziiere ein Problem während eures Spiels. Vielleicht ist etwas verloren gegangen, du hast den Kuchen verbrannt, etwas ist kaputt gegangen etc. Lass die Charaktere das Problem gemeinsam lösen.

  • EINEN FREUND ZUM SPIELEN BITTEN: Lass das Stofftier das andere fragen: “Willst du mit mir spielen?" gefolgt von „Was möchtest du spielen?“. Wenn die Puppen unterschiedliche Dinge spielen möchten, müssen sie verhandeln und Kompromisse eingehen: „Ich denke, wir sollten zuerst mit der Eisenbahn spielen und dann das Buch anschauen! Was denkst Du?"

3. Mit diversen Kinderbücher Gefühle und Emotionen fördern

In Büchern sehen wir nicht nur Alltagsszenen, sondern auch Situationen, die wir in echt (noch) nicht erleben konnten. So viel Weltwissen wird hier vermittelt! Sprich offen und direkt über das, was ihr im Buch seht und über die Emotionen, die die Personen im Buch erleben. Ermutige Dein Kind, Fragen zu stellen. HIER findest du unsere Bücherempfehlungen, um sozial-pragmatische Sprachkenntnisse zu vermitteln.


4. Verabredungen mit anderen Kindern

Engagiere Playdates, um soziale Interaktionen zu erleichtern. Kinder sind sich selbst am nächsten und in der Peer-group lernen sie so viel! Hier werden die zuvor „geübten“ Fähigkeiten in echt ausprobiert: sich in sozialen Szenarien zurechtzufinden, zu verhandeln, Empathie / Freundlichkeit zu zeigen, flexibel zu sein, zu teilen und Probleme zu lösen.

Profi-Tipp: Lobe Dein Kind, wenn es versucht, sich an sozialen Interaktionen zu beteiligen. Beispiel: „Ich fand es toll, wie du den Zug geteilt hast, weil ___. „ Ich danke, dir dass du Alva getröstet hast. Das war sehr nett und liebevoll. Du hast ihr geholfen, sich besser zu fühlen!“

Fazit:

Du hast als Mama oder Papa hast großen Einfluss, wenn es darum geht, ein solides Fundament für die soziale und sprachliche Entwicklung deines Kindes aufzubauen!


Weitere Informationen, wie Du die Sprachkenntnisse Deines Kindes verbessern und ihm proaktiv helfen kannst, die nächsten sprachlichen Meilensteine zu erreichen, findest Sie in den Sprachgold-Onlinekursen.

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen