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Digitale Medien und Sprachentwicklung - Was Eltern wissen sollten

Aktualisiert: Juli 9

Digitale Medien faszinieren unsere Kinder! Smartphones, Tablets und der Fernseher sind aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. „(Ab wann) sollte ich meinem Kind erlauben, ein iPad zu benutzen? Sind Spieleapps und Videos nicht auch sprachförderlich? Dürfen Babys Fernsehen? Ist Fernsehen für Kinder schädlich?" Als Sprachtherapeutin bekomme ich diese Fragen oft gestellt.


Vorteile digitaler Medien

In den ersten 3 Lebensjahren nimmt Ihr Kind seine Umgebung sehr stark wahr und möchte alles um sich herum entdecken. Kleinkinder imitieren und lernen schnell. Das gilt auch für die Nutzung von Smartphone, Tablet und Fernsehen. Es kommt dabei immer auf den Inhalt an: altersgerechte Spiele, kurze Videos und Bilder können Kindern bei der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten helfen, wenn Sie die Nutzung bewusst und interaktiv gestalten!


Sind Tablet und Co schädlich für Kinder? Risiken und Gefahren digitaler Medien

Neben Chancen bergen digitale Medien auch Risiken. Denn bei übermäßigem, täglichen Konsum ist eine Reizüberflutung möglich. Diese kann negative Folgen auf die kindliche Entwicklung haben, z.B. Einschlaf- u. Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität etc. Wird Medienkompetenz nicht frühzeitig geübt bzw. erlernt, kann der Umgang mit digitalen Medien im Verlauf des Heranwachsens zudem unkontrollierbar werden (Suchtgefahr).


Je mehr Zeit Babys und Kleinkinder am Bildschirm verbringen, desto später lernen Sie sprechen!

Sprache wird in der Interaktion mit anderen gelernt, nicht passiv durch digitale Angebote! Und es ist nun einmal leider so, dass sich solche echten Interaktionen verkürzen, wenn man vor einem Bildschirm sitzt. Und damit eben auch zahlreiche Möglichkeiten zum Sprechenlernen. Eine kanadische Studie zeigte: Schon 30 Minuten Bildschirmzeit täglich erhöhen das Risiko einer Sprachentwicklungsverzögerung um 49%!


Warum können digitale Medien die kindliche Entwicklung stören?

Alles, was ein Kind tut, aktiviert sein Gehirn und Sprechen und Handeln sind essentiell für eine gute Entwicklung! Kinder lernen durch Eigenaktivität, durch Versuch und Irrtum, durch freies Spielen, durch Nachahmung im direkten Kontakt mit anderen. Das gehört zu den wichtigsten Ergebnissen moderner Hirnforschung. „Die von Kindern unter drei Jahren vor Bildschirmmedien verbrachte Zeit ist verlorene Zeit. Es ist eben nicht dasselbe, wenn zweijährige oder fünfjährige Kinder fernsehen“, sagt der Hirnfoscher Manfred Spitzer.

Wenn das Kind älter ist, kann es immer noch mühelos den Zugang zur digitalen Welt finden. Sein Gehirn konnte jedoch bis dahin ungehindert und ungestört wichtige Grundlagen ausbilden, um später mühelos höhere geistige Leistungen vollbringen zu können!


Umgang mit digitalen Medien im Alltag - Richtlinien & Empfehlungen

Damit sich ein Kind sicher in der digitalen Welt bewegen kann, müssen Eltern als Begleitperson einen kritischen und verantwortungsbewussten Umgang vermitteln. Deshalb gilt: Seien Sie ein gutes Vorbild; von Anfang an. Machen Sie sich ihr eigenes Medienverhalten bewusst, da Sie ihr Kind in den ersten sieben Jahren maßgeblich prägen!


Meine Empfehlungen und Antworten auf die oben gestellten Fragen resultieren aus meinem Wissen zum kindlichen Spracherwerb und orientieren sich an den Richtlinien der American Academy of Pediatrics und des Bundesministeriums für Familie


Medienerziehung: So vermitteln Eltern einen bewussten Umgang Smartphone & Co

  • Wählen Sie die den Inhalt sorgfältig und altersgerecht aus.

  • Begleitende Nutzung! Schauen Sie unbedingt gemeinsam mit ihrem Kind!

  • Sprechen Sie über die Inhalte des Gesehenen/Gehörten sowie über ihre und die kindlichen Gefühle. Stellen Sie Bezüge zum kindlichen Alltag her, damit Ihr Kind das Gesehene auf seine Umwelt anwenden kann.

  • Zeigen Sie Interesse an den Inhalten, die ihrem Kind gefallen und sprechen Sie darüber. Denn auch die tollste Sendung/ Spiel kann eine echte Interaktion mit einem kompetenten Sprecher nicht ersetzen!

  • Vermeiden Sie den täglichen Konsum. Machen Sie die Mediennutzung zu etwas Besonderem und begrenzen Sie die Konsumzeit.

  • Kinder unter 18 Lebensmonaten sollten keinen Bildschirmmedien ausgesetzt werden.

  • Die Nutzungszeit für 2 Jährige sollte nicht länger als 15 Minuten betragen.

  • Begrenzen Sie die Nutzungszeit für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren auf max. 1 Stunde pro Tag für hochwertige Programme!

  • Von Hintergrundfernsehen ist abzuraten, da es die Eltern-Kind-Interaktion und die Aufmerksamkeit im kindlichen Spiel stört.

  • Beobachten Sie Ihr Kind. Ist es wiederholt nach dem Computer, Smartphone oder TV Konsum teilnahmslos, aggressiv oder gelangweilt? Dann müssen Sie das (familiäre) Nutzungsverhalten unbedingt überdenken!

Sie sind keine „Rabeneltern“, wenn Ihr Kind ein bisschen Zeit mit digitalen Medien verbringt. Aber denken Sie daran: ALLES IN MAßEN! Im Besten Fall verzichten Sie bis zum 3. Geburtstag vollkommen auf Bildschirmzeit und greifen stattdessen auf echte Erfahrungen zurück; Bücher anschauen, gemeinsam spielen und sich bewegen. Und sprechen Sie im Alltag mit Ihrem Kind, denn: SPRECHEN LERNT MAN, INDEM MAN MITEINANDER SPRICHT!


Weiterführende Informationen, z.B.:

Bei konkreten Fragen zu einzelnen Sendungen, Spieleapps oder der Konsumgestaltung kontaktieren Sie mich gern! In einer 1:1 Sprachberatung finden wir Antworten auf Ihre Fragen.

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