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Sprachentwicklung und digitale Medien- Was Eltern wissen sollten

Aktualisiert: Okt 6

Unsere Kinder wachsen umgeben von Bildschirmen auf. Und die digitalen Medien faszinieren unsere Kinder! "Ab wann dürfen Kinder ein Smartphone haben? "Wie lange darf ein Kleinkind pro Tag am Handy sein? Wieviel fernsehen ist zuviel? Sind Spieleapps und Videos nicht auch sprachförderlich? Dürfen Babys Fernsehen? Ist Fernsehen für Kinder schädlich?" Als Sprachtherapeutin bekomme ich diese Fragen oft gestellt. Hier gibt es Hintergrundinformationen und Altersempfehlungen zum Medienkonsum für Kinder in einer Tabelle.


Bildschirmzeit für Kinder - Chancen und Vorteile von digitalen Medien


In den ersten 3 Lebensjahren nimmt Ihr Kleinkind seine Umgebung sehr stark wahr und möchte alles um sich herum entdecken. Kleinkinder imitieren und lernen schnell. Das gilt auch für die Nutzung von Smartphone, Tablet und Fernsehen. Es kommt dabei immer auf den Inhalt an: altersgerechte Spiele, kurze Videos und Bilder können Kindern bei der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten helfen, wenn Sie die Nutzung bewusst und interaktiv gestalten!


Sind TV, Tablet & Smartphone schädlich für Kinder? Risiken und Gefahren digitaler Medien


Digitale Medien können für Kinder auch gefährlich sein. Denn bei übermäßigem, täglichen Konsum ist eine Reizüberflutung möglich. Diese kann negative Folgen auf die kindliche Entwicklung haben, z.B. Einschlaf- u. Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität etc. Wird Medienkompetenz nicht frühzeitig geübt bzw. erlernt, kann der Umgang mit digitalen Medien im Verlauf des Heranwachsens zudem unkontrollierbar werden (Suchtgefahr).


Sprachstörung bei Kindern - Gefahr von Tablet, TV, Handy, YouTube und Co


Je mehr Zeit Babys und Kleinkinder am Bildschirm verbringen, desto später lernen Sie sprechen! Sprache wird in der Interaktion mit anderen gelernt, nicht passiv durch digitale Angebote! Und es ist nun einmal leider so, dass sich solche echten Interaktionen verkürzen, wenn man vor einem Bildschirm sitzt. Und damit eben auch zahlreiche Möglichkeiten zum Sprechenlernen. Eine kanadische Studie zeigte: Schon 30 Minuten Bildschirmzeit täglich erhöht das Risiko einer Sprachentwicklungsverzögerung um 49%!


Warum können Smartphone und TV die kindliche Entwicklung stören? Was passiert, wenn Kinder zu lange fernsehen oder am Handy sind?


Alles, was ein Kind tut, aktiviert sein Gehirn und Sprechen und Handeln sind essentiell für eine gute Entwicklung! Kleinkinder lernen durch Eigenaktivität, durch Versuch und Irrtum, durch freies Spielen, durch Nachahmung im direkten Kontakt mit anderen. Das gehört zu den wichtigsten Ergebnissen moderner Hirnforschung. „Die von Kindern unter drei Jahren vor Bildschirmmedien verbrachte Zeit ist verlorene Zeit. Es ist eben nicht dasselbe, wenn zweijährige oder fünfjährige Kinder fernsehen“, sagt der Hirnfoscher Manfred Spitzer. Wenn das Kind älter ist, kann es immer noch mühelos den Zugang zur digitalen Welt finden. Sein Gehirn konnte jedoch bis dahin ungehindert und ungestört wichtige Grundlagen ausbilden, um später mühelos höhere geistige Leistungen vollbringen zu können!


Wie lange und wie oft darf mein Kind fernsehen oder am Handy sein? Regeln & Empfehlungen für Eltern


Damit sich ein Kind sicher in der digitalen Welt bewegen kann, müssen Eltern als Begleitperson einen kritischen und verantwortungsbewussten Umgang vermitteln. Deshalb gilt: Seien Sie ein gutes Vorbild; von Anfang an. Machen Sie sich ihr eigenes Medienverhalten bewusst, da Sie ihr Kind in den ersten sieben Jahren maßgeblich prägen!


Medienkonsum: So vermitteln Eltern einen bewussten Umgang mit Bildschirmmedien

  • Wählen Sie die den Inhalt sorgfältig und altersgerecht aus.

  • Begleitende Nutzung! Schauen Sie unbedingt gemeinsam mit ihrem Kind!

  • Sprechen Sie über die Inhalte des Gesehenen/Gehörten sowie über ihre und die kindlichen Gefühle. Stellen Sie Bezüge zum kindlichen Alltag her, damit Ihr Kind das Gesehene auf seine Umwelt anwenden kann.

  • Zeigen Sie Interesse an den Inhalten, die ihrem Kind gefallen und sprechen Sie darüber. Denn auch die tollste Sendung/ Spiel kann eine echte Interaktion mit einem kompetenten Sprecher nicht ersetzen!

  • Vermeiden Sie den täglichen Konsum. Machen Sie die Mediennutzung zu etwas Besonderem und begrenzen Sie die Konsumzeit.

  • Von Hintergrundfernsehen ist abzuraten, da es die Eltern-Kind-Interaktion und die Aufmerksamkeit im kindlichen Spiel stört.

  • Beobachten Sie Ihr Kind. Ist es wiederholt nach dem Computer, Smartphone oder TV Konsum teilnahmslos, aggressiv oder gelangweilt? Dann müssen Sie das (familiäre) Nutzungsverhalten unbedingt überdenken!


Medienzeit für Kleinkinder - Altersempfehlungen für Tablet, Smartphone und Co


Sie sind keine „Rabeneltern“, wenn Ihr Kind ein bisschen Zeit mit digitalen Medien verbringt. Aber denken Sie daran: ALLES IN MAßEN!

Meine Empfehlungen für Fernsehen, YouTube, Smartphone, Spieleapps etc. für Kleinkinder resultieren aus meinem Wissen zur kindlichen Sprachentwicklung und orientieren sich an den Richtlinien der American Academy of Pediatrics und des Bundesministeriums für Familie:

  • Babys und Kinder unter 18 Lebensmonaten: keine Bildschirmmedien

  • Zweijährige Kinder: Nutzungszeit nicht länger als 15 Minuten täglich

  • Kinder im Alter von 3 Jahren, 4 Jahren und 5 Jahren: Begrenzen Sie die Nutzungszeit auf 30 Minuten bis maximal 1 Stunde pro Tag für hochwertige Programme!

Im Besten Fall verzichten Sie bis zum 3. Geburtstag vollkommen auf Bildschirmzeit und greifen stattdessen auf echte Erfahrungen zurück; Bücher anschauen, gemeinsam spielen und sich bewegen. Und sprechen Sie im Alltag mit Ihrem Kind, denn: SPRECHEN LERNT MAN, INDEM MAN MITEINANDER SPRICHT!


Weiterführende Informationen, z.B.:

In den ersten 3 Lebensjahren nimmt Ihr Klind seine Umgebung sehr stark wahr und möchte alles um sich herum entdecken. Kleinkinder imitieren und lernen schnell. Das gilt auch für die Nutzung von Smartphone, Tablet und Fernsehen. Es kommt dabei immer auf den Inhalt an:

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