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Myofunktionelle Störung bei Kindern: Symptome, Ursachen, Therapie und Übungen

Aktualisiert: 25. März

Entwicklen sich der Mund und das Gesicht deines Kindes gesund?

Atmet dein Baby oder Kind durch die Nase oder durch den offenen Mund?

Wie gut ist die orofaziale Muskulatur entwickelt?

Lispelt dein Kind? Braucht es eine Zahnspange?


In der Regel werden die Kinder im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung (Zahnspange) von ihrem Zahnarzt oder Kieferorthopäden an die Logopädin verwiesen. Warum? Weil die Zunge in Ruhe und beim Schlucken evtl. gegen oder zwischen die Zahnreihen drückt. Wird diese myofunktionelle Störung nicht behandelt, ist der Erfolg der Zahnspange gefährdet, denn es können sich erneut Zahnlücken und Fehlstellungen bilden.


Was ist eine Myofunktionelle Störung?

Die myofunktionelle Störung ist durch ein Muskelungleichgewicht vor allem der Zungen- und Lippenmuskulatur gekennzeichnet. Oft ist die gesamte orofaziale Muskultur im Gesicht betroffen, weshalb man auch von der orofazialen Störung spricht.


Symptome der myofunktionellen Störung

Kinder mit einer orofazialen Störung zeigen folgende Symptome:


Gestörte Orofaziale Muskulatur

Die Muskulatur der Wangen, Lippen, Kiefer und der Zunge arbeiten sind in ihrer Kraft, Koordination und Beweglichkeit eingeschränkt. Die orofaziale Muskulatur ist häufig hypoton, also zu schlaff. Es kann aber auch zu viel Spannung vorliegen; dann spricht man von Hypertonie.


Falsche Zungenruhelage: Krumme Nase und hoher Gaumen

Fehlt der Kontakt der Zunge am Gaumen und ist der Mund stets geöffnet, hat das Einfluss auf das Wachstum des Oberkiefers! Es kommt es zu einem hohen, schmalen Gaumen. Die Gesichtsform wird länglich, der Unterkiefer ist häufig klein und rückverlagert. Sogar eine krumme Nase kann entstehen. Ein Höcker auf der Nase kann ein Hinweis darauf sein, dass die Nase verengt ist und es schwierig ist fürs Kind durch die Nase zu atmen (Mundatmer).


Offene Mundhaltung und Mundatmung

Meist sind die Lippen nicht geschlossen, der Mund steht also offen und es wird durch den Mund geatmet. Oft sehen wir auch eine verkürzte Oberlippe, eingerissene und entzündete Mundwinkel bei den Kindern und Erwachsenen. Eine dauerhafte Mundatmung kann zudem weitreichende Folgen für das Kind haben.


Falsches Schlucken bei Kindern und Erwachsenen

Die Kleinkinder und Erwachsenen zeigen ein sogenanntes viszerales Schluckmuster. Dabei stößt die Zunge gegen oder zwischen die Zähne.


Probleme beim Kauen

Das Kauen funktioniert nicht so effizient. Harte Nahrungsmittel werden oft vermieden. Manchmal kauen die betroffenen Kinder und Erwachsenen auch auf ihrer Zunge.


Sabbern bei Babys und Kleinkindern

Durch die falsche Zungenruhelage und die verminderte orofaziale Wahrnehmung im Mund wird der Speichel verzögert abgeschluckt. Er sammelt sich dann im Mund. Durch den geöffnet Mund fließet er dann hinaus und die Kinder sabbern.

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Hat mein Kind eine myofunktionelle Störung?

Folgen und Risiken einer myofunktionelle Störung

Die Folgen können weitreichend sein und den gesamten Organismus betreffen.


Veränderte Gesichtsform

Fehlt der Kontakt der Zunge am Gaumen und ist der Mund stets geöffnet, hat das Einfluss auf das Wachstum des Oberkiefers! Es kommt es zu einem hohen, schmalen Gaumen. Die Gesichtsform wird länglich, der Unterkiefer ist häufig klein und rückverlagert.


Kiefer- und Kiefergelenksprobleme 

Die falschen Kaubewegungen und die veränderte Kieferstellung durch den offenen Mund führt zu Verspannungen des Kiefergelenkes, Kieferknochen, Zähneknirschend etc.


Probleme in der Körperhaltung

Durch das Ungleichgewicht im Grundtons und die veränderten Faszienzüge ergeben sich Auswirkungen auf die gesamte Körperhaltung. Kinder und Erwachsene zeigen oft eine Instabilität beim Sitzen, Stehen und Laufen, vorgelagerte Kopfhaltung, Geierhals- und Nacken, Rundrücken, Verspannungen uvw.