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Mundatmung: Warum Eltern handeln sollten, wenn ihr Kind durch den offenen Mund atmet!

Aktualisiert: Nov 11

Es ist doch egal, ob durch die Nase oder durch den Mund geatmet wird, solange man nur gut Luft bekommt oder? Leider nein! Die Art wie Ihr Kind atmet, hat einen großen Einfluss auf seine Gesundheit & körperliche Erscheinung. Atmen, Kauen, Schlucken & Sprechen - die Basis für eine gesunde Entwicklung ist die Nasenatmung und der geschlossene Mund!


Mundatmung oder Nasenatmung


Bei der typischen Atmung strömt die Luft durch die Nase. Dort wird sie angewärmt und gereinigt, bevor sie unsere Brochien und die Lunge passiert.

Wenn wir durch den Mund atmen, umgehen wir den natürlichen Filterapparat zur Luftreinigung, Anfeuchtung, Anwärmung und beanspruchen dadurch stärker den Rachen, die Bronchien, die Lunge, das Herz - wegen des Vorhandenseins kleiner Staubteilchen in der Luft. Außerdem ist die Sauerstoffsättigung bei Mundatmung 10-15% niedriger als bei der Nasenatmung.


Ursachen der Mundatmung - Warum atmen Kinder durch den Mund?


Mundatmung wird im allgemeinen verursacht durch vergrößerte Adenoide (Rachenmandeln), Tonsillen (Mandeln) unterentwickelte Nasenhöhlen, Nasenpolypen eine schiefe Nasenscheidewand oder Allergien.


Doch die Mundatmung kann auch erworben sein!

Dann liegt meist ein Ungleichgewicht der Muskeln und Muskelgruppen im Gesichtsbereich (vor allem Zungen- und Lippenmuskulatur, aber auch weiterer Gesichtsmuskulatur) vor, wodurch der Lippen/Mundschluss beeinträchtigt wird.


Bereits im Säuglings- uns Kleinkindalter kann die Ursache für so ein orofaciales Muskelungleichgewicht liegen. Beispielsweise durch ein verkürztes Zungenbändchen, zu lange, breiige Ernährung, ein zu großes Saugloch in der Flasche etc.. Vor allem Habbits wie das Schnullern, Daumenlutschen, zu langes bzw. dauerhaftes Nuckeln an der Flasche spielen eine Rolle. Auch werden Zusammenhänge zwischen mangelnder ganzkörperlicher Bewegung, Fehlhaltungen, zu wenig Körperspannung etc. im Kindesalter diskutiert.


Folgen der Mundatmung - Was passiert, wenn mein Kind durch den Mund atmet?


Anfälligkeit für Infekte steigt

Durch den Mund zu atmen, kann auf Dauer - insbesondere bei Kindern- die Gesundheit gefährden. Da die Luft ungefiltert in den Organismus strömt, erhöht sich das Risiko für Hals-Nasen-Ohren-Infekte (z.B. häufig Mandelentzündungen, Mittelogrentzündungen); dauerhafte Mundatmer sind beispielsweise häufiger erkältet.


Schlafstörungen und Konzentrationprobleme

Im Schlaf kann das Atmen durch den Mund zu unerholsamen Schlafzuständen führen. Schlafprobleme können langfristig motorische Unruhe, Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit & eine verringerte Leistungsfähigkeit bzw. Konzentrationsprobleme begünstigen.

Dauerhafte Mundatmung kann auch zur Senkung des Sauerstoffgehalts im Blut führen. Das wiederum kann eine Rolle bei der Entstehung oder Verschlechterung von Herzkreislauferkrankungen spielen.


Hoher Gaumen, rückverlagerter Unterkiefer und längliches Gesicht

Zudem kann die Mundatmung Gesichtsveränderungen hervorrufen; betroffene Kinder haben häufig eine verlängerte, verschmälerte Gesichtsform mit schlaffer Mimik. Die Lippen sind oft rissig und trocken, die Mundecken wund.


Zahnfehlstellungen bei Kindern

Zudem entstehen Kiefer- und Zahnfehlstellungen, die eine kieferorthopädische Behandlung notwenig machen (Zahnspange). Auch leiden die Kinder häufiger unter Karies.

Fast 20% der Zahnfehlstellungen werden durch ungesunde Angewohnheiten verursacht!


Sprachstörung bei Kindern

Weiterhin können Aussprachestörungen entstehen. Die Kinder machen Aussprachefehler , weil sie Laute wie / s, sch/ nicht richtig bilden können. Das kann das Sprechen undeutlich werden lassen. Viele Kleinkinder und Erwachsene lispeln und können es ohne Behandlung nicht loswerden.


Kinder, die durch den Mund atmen, haben oft eine MYOFUNKTIONELLE STÖRUNG. Die Mundatmung ist dann meist ein Symptom der Störung.


Mein Kind atmet durch den Mund - Was ist zu tun?


1) Beobachten Sie Ihr Kind:

  • Atmet es schon länger durch den Mund?

  • Hat es Speichel in den Mundecken?

  • Sind Lippen trocken, entzündet, die Mundwinkel eingerissen?

  • Ist es häufig erkältet oder hat andere HNO-Infekte?

  • Hat es Zahnfehlstellungen?

  • Bildet Ihr Kind bestimmte Laute nicht korrekt?

  • Ist die Zunge beim Sprechen und/oder Schlucken zw. oder an den Zähnen zu sehen?

  • Isst ihr Kind mit offenem Mund und produziert beim Kauen und Trinken Schmatzgeräusche?

  • Bevorzugt es eher weiche Konsistenzen?

  • Gab/ Gibt es Probleme beim Stillen/ Saugen/ Kauen?


2) Nutzen Sie regelmäßige Besuche beim Zahnarzt & HNO-Arzt, um organische Ursachen einer bestehenden Mundatmung abzuklären und gegebenenfalls beheben zu lassen. Beispielsweise müssen Nasenpolypen, geschwollene Tonsillen oder Adenoide, operativ entfernt werden. Gibt es strukturelle Verengungen im Mund- und Gesichtsbereich können Erweiterungsapparaturen angewandt werden, um z.B. die Nasenpassagen zu erweitern.


Achtung! Auch wenn die organischen Ursachen der Mundatmung behoben sind und eine Nasenatmung prinzipiell möglich ist - heißt das nicht, dass sich die orofaciale Muskulatur auch von allein normalisiert! Denn das fehlerhafte Muster ist oft bereits zur Angewohnheit geworden.


Mundatmung und myofunktionelle Störung behandeln: Logopädie hilft


In einer Myofunktionelle Therapie werden mit bestimmten Übungen Tonus, Kraft, Beweglichkeit & Koordination der Zungen- und Gesichtsmuskulatur trainiert bzw. normalisiert. Die Kinder lernen in der Therapie die korrekte Atmung, Zungenruhelage am Gaumen, die richtige Hals und Kopfhaltung sowie das richtige Kauen und Schlucken. Die Logopädin gibt auch Hilfestellung beim Abbau bestehender Verhaltensmuster (Lutschgewohnheiten, Nägel kauen usw.).


Sollten Sie Ihr Kind in den geschilderten Symptomen wiedererkennen, weitere Fragen haben und/oder nach konkreten Tipps und spielerischen Übungen für zu Hause suchen, kontaktieren Sie mich gern! In meiner Elternberatung helfe ich Ihnen weiter! Wir gehen in einer Diagnostik den Ursachen auf den Grund und ich leite Sie Schritt für Schritt zu Übungen an.


Tipp: Mit dem tollen Mitmachbuch für Kinder ab 3 Jahren “Leon entdeckt seinen Mund" von Logoleon, können Sie spielerisch die Wahrnehmung Ihres Kindes auf den Mund richten und damit eine gesunde Entwicklung unterstützen! In der werbefreien Lern-App ab 4+ könnt ihr passend zum Buch mundmotorische Spiele durchführen - mit Zeitbegrenzung und Echtzeit-Feedback.

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