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Mundatmung: Warum Du handeln solltest, wenn dein Kind durch den offenen Mund atmet

Aktualisiert: 27. März

Es ist doch egal, ob wir durch die Nase oder durch den Mund atmen, solange man nur gut Luft bekommt oder? Leider nein! Atmen, Kauen, Schlucken und Sprechen - die Basis für eine gesunde Entwicklung ist die Nasenatmung und der geschlossene Mund! In Diesem Artikel erfährst du alles über Mund- und Nasenatmer. wie richtiges Atmen durch die Nase gelingt und was bei Mundatmung zu tun ist.


Richtig Atmen: durch den Mund oder die Nase?

Die Nasenatmung

Bei der richtigen Atmung durch die Nase strömt die Luft durch die Nase ein. Dort wird sie angewärmt und gereinigt, bevor sie unsere Bronchien und die Lunge passiert. Auch Babys sollten durch die Nase atmen. Und ja, auch nachts ist die Mundatmung nicht normal!


Atmen durch den Mund

Wenn wir durch den offenen Mund atmen, umgehen wir den natürlichen Filterapparat zur Reinigung, Anfeuchtung und Erwärmung der Luft. Wir beanspruchen stärker den Rachen, die Bronchien, die Lunge, das Herz - wegen des Vorhandenseins kleiner Staubteilchen in der Luft. Außerdem ist die Sauerstoffsättigung bei Mundatmung 10-15% niedriger als bei der Nasenatmung. Das hat wiederum Auswirkungen auf den ganzen Körper und unsere Leistungsfähigkeit.


Ursachen der Mundatmung - Warum atmen Kinder durch den Mund?

Die Ursachen der Mundatmung sind vielfältig.


Anatomische Ursachen für die Atmung durch den Mund

Zu nennen sind u.a. vergrößerte Adenoide (Rachenmandeln), Tonsillen (Mandeln) unterentwickelte Nasenhöhlen, Nasenpolypen eine schiefe Nasenscheidewand oder ein kurzes Lippen. oder Zungenband. Aber auch Geburtsanomalien wie beispielsweise eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Choanal Atresien oder Syndrome wie Trisomie 21, können die Mundatmung verursachen.


Allergien

Allergien können dazu führen, dass Dein Kind schlecht Luft durch die Nase bekommt und durch den offenen Mund atmet.


Orofaziale Störungen

Ein Hauptfaktor für die Entstehung der Mundatmung sind myofunktionelle Störungen.

Hier liegt ein Ungleichgewicht der Mund- und Gesichtsmuskulatur vor, wodurch der Lippenschluss beeinträchtigt wird. Meist fehlt Tonus/ Kraft im Gesicht und im Rumpfbereich. Ein orofaciales Muskelungleichgewicht kann bereits im Baby und Säuglingsalter entstehen. Beispielsweise durch ein verkürztes Zungenbändchen, zu lange, breiige Ernährung, ein zu großes Saugloch in der Flasche etc. oder schlechte Angewohnheiten.


Schädliche Angewohnheiten: Schnuller und Co

Intensives Schnullern, Daumenlutschen oder zu langes Nuckeln an der Flasche spielen ebenfalls eine Rolle. Es werden auch Zusammenhänge zwischen mangelnder körperlicher Bewegung, Fehlhaltungen und zu wenig Körperspannung im Kindesalter diskutiert.

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Mundatmung muss nicht sein!

Folgen der Mundatmung

Die Folgen der Mundatmung sind weitreichend und betreffen den gesamten Organismus. Eine Art Teufelkreis. Schauen wir ihn uns etwas genauer an:


Sind Mundatmer häufiger krank?

Mundatmer sind häufiger erkältet. Da die Luft ungefiltert in den Organismus strömt, erhöht sich das Risiko für Hals-Nasen-Ohren-Infekte (z.B. häufig Mandelentzündungen, Mittelogrentzündungen). Dauerhafte Mundatmung kann auch zur Senkung des Sauerstoffgehalts im Blut führen. Das wiederum kann eine Rolle bei der Entstehung oder Verschlechterung von Herzkreislauferkrankungen spielen. Durch den Mund zu atmen, kann also auf Dauer krank machen.


Haben Mundatmer Schlafstörungen?

Wie Schnarchen entsteht und das es nie normal ist, weißt du nun. Daraus können leider schlafbezogene Atemstörungen wie das "Upper Airways Resistance Syndrom (UARS) und eine Schlaf Apnoe entstehen!


Führt Mundatmung zu Konzentrationproblemen?

Im Schlaf kann das Atmen durch den Mund also zu unerholsamen Schlafzuständen führen. Schlafprobleme können langfristig motorische Unruhe, Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit und eine verringerte Leistungsfähigkeit bzw. Konzentrationsprobleme begünstigen.


Führt die Mundatmung zu einer Gesichtsveränderung?

Ja die Mundatmung kann Gesichtsveränderungen hervorrufen; betroffene Kinder haben häufig eine verlängerte, verschmälerte Gesichtsform mit schlaffer Mimik. Mundatmer haben oft eine längliche Gesichtsform und einen V-förmigern Oberkiefer. Unsere Gaumen ist der Bogen der Nase. Der fehlende Mundschluss und die falsche Zungenruhelage können den Gaumen hoch und gotisch machen. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Nasenscheidewand und die Form der Nase.


Mundatmer habe häufiger Zahnfehlstellungen