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Vergiss alles was du über Schnuller weißt!

Aktualisiert: 26. Feb.

Die Frage der Fragen: Soll ich meinem Baby einen Schnuller geben - ja oder nein? Um diese Frage beantworten zu können, braucht es einiges an Hintergrundwissen. Das bekommst du hier und am Ende dieses Artikels wirst du eine bedürfnisorientierte Entscheidung für oder gegen den Schnuller treffen können.

  • Warum gibt es Schnuller?

  • Braucht mein Neugeborenes Baby einen Schnuller?

  • Welche Vor- und Nachteile hat der Schnuller?

  • Ist der Schnuller schädlich für Kiefer und Zähne?

  • Was hat der Schnuller mit der physiologischen Zungenruhelage zu tun?

  • Was hat der Schnuller mit der Sprachentwicklung zu tun?

  • Kiefergerecht, Kirschform, Symmetrisch - Welcher Schnuller ist der Richtige?

  • Wann und wie sollte ich den Schnuller abgewöhnen?

Warum gibt es Schnuller: Das Saugbedürfnis des Säuglings

Dein Neugeborenes hat ein angeborenes Saugbedürfnis. Das Saugen ermöglicht das Trinken, aktiviert das Verdauungssystem. Es gibt aber auch das sogenannte non-nutritive Sauge. Das hilft deinem Baby dabei, sich zu regulieren, z.B. beim Einschlafen oder wenn Schmerzen hat oder es sich unwohl fühlt. Durch den Schnuller kann das non-nutritive Saugen gestillt werden.


Braucht jedes Baby einen Schnuller?

Nein! Jedes Baby saugt, aber nicht jedes Baby muss sein Saugbedürfnis an einem Schnuller stillen. In Kulturen, in denen Mütter ihre Babys immer bei sich tragen, haben die Säuglinge immer Zugang zur Brust, sodass ein Brustersatz in Form von Schnullern nicht notwendig ist. Schnullern entspricht auch gar nicht dem Saugen an der Brust, weshalb sich Kiefer- und Gesicht anders entwicklen, als sie es physiologisch tun würden. Brustwarze und Babymund passen sich einander an. Beim Saugen an der Brust wirken Kräfte nach Außen, beim Saugen am Schnuller wirken sie nach innen. Dies hat eine grundlegend unterschiedliche Wirkung auf die Physiologie und Anatomie des kindlichen Kopfes. Dein Baby möchte keinen Schnuller oder er fällt immer aus dem Mund? Super! Provoziere den Gebrauch nicht!


Was passiert beim Saugen am Schnuller?

Schnuller ja oder nein? Folgen von Schnuller, Schnuller wann und wie abgewöhnen
Vor- und Nachteile von Schnuller

Was sind mögliche Nachteile des Schnullers?

Die Saugverwirrung

Forschungen zeigen, dass der Schnuller den Stillstart und die Milchbildung anfangs schwieriger machen kann. Das Dauernuckeln am Schnuller kann dazu führen, dass Hungerzeichen vom Baby nicht rechtzeitig wahrgenommen werden. Das Baby gewöhnt sich dann an gewisse Fastenperioden, die nicht physiologisch sind. Auch kann das Baby verwirrt werden durch die Unterschiede in Form und dem Saugen zwischen Brust und Schnuller. Es besteht das Risiko, dass sich Babys mit Schnullern früher abstillen.


Schädlich für die Orale Phase

Die orale Phase des Kindes ist u.a. für das Erleben der Umwelt wichtig. Das Baby erfährt seine Welt durch alle Sinne. Dazu gehört, dass es Dinge in den Mund nimmt und mit dem Mund ertastet (Sensomotorik). Dabei lernt es auch die Augen und Hände zu koordinieren. Wenn ein Baby häufig schnullert, fällt diese Stimulation des Gehirns leider weg, da es in dieser Zeit keine anderen Dinge oral erkunden kann.


Falsche Zungenruhelage

Das Kind kann schnullernd den Mund nicht physiologisch schließen. Die Zunge kann ihre normale physiologische Zungenlage oben am Gaumen nicht einnehmen, da der Schnuller im Weg ist. Welche Folgen hat die falsche Zungenruhelage?


Orofaziale Störung

Ist der Schnuller im Mund liegt die Zunge schlaff am Mundboden. Die falsche Ruheposition führt zu einer fehlerhaften Kieferstellung; der Mundschluss fehlt. Die Kinder atmen häufig durch den offenen Mund, statt durch die Nase. Die Zungen,-Wangen- und Lippenmuskulatur erschlafft (hypotone Muskulatur). Auch kann die Zunge ihre formende Kraft am Gaumen nicht ausüben, wodurch der Gaumen hoch und schmal wird, was wiederum negative Auswirkungen auf die Nasenatmung und auf die Gesichtsform deines Kindes hat.


Schluckstörung

Dein Baby kann das richtige Schlucken nicht lernen, wenn es ständig den Schuller im Mund hat. Häufig drückt die Zunge beim Schlucken an oder zwischen die Zähne. Und wir schlucken sehr häufig - auch wenn wir nicht essen, denn unser Speichel muss abgeschluckt werden! Das falsche Schluckmuster hat ist schädlich für die Zähne, den Kiefer und den Gaumen.


Fehlstellungen bei Zähnen und Kiefer

Krumme Zähne? Überbiss? Offener Biss? Kreuzbiss? Zu Enger Kiefer? Die meisten Kiefer- und Zahnfehlstellungen sind erworben und nicht angeboren. Nämlich durch schlechte Gewohnheiten, wie das falsche Schlucken, die falsche Zungenruhelage, den Schnuller, Daumenlutschen usw. Du kennst sicher den Ausdruck "lutschoffener Biss"? Eine Zahnspange wird übrigens erst dann langfristig die Zähen richten können, wenn in der Logopädie die myofunktionelle Störung erfolgreich behandelt worden ist.


Mundatmung

Wenn dein Baby oder Kind durch den Mund atmet, erhöht das sein Infektionsrisiko (bakterielle Infekte, Mittelohrentzündung, Bronchitis, Mandelentzündungen, Polypen etc.). Denn die Luft strömt ungefiltert in den Organismus. Vergrößerte Rachen- und Gaumenmandeln erschweren das Atmen durch die Nase, wodurch dein Kind immer häufiger auf die Mundatmung zurückgreifen muss. Ist der Mund ständig offen, kann dein Kind zudem nicht die richtige Zungenruhelage einnehmen. Ein Teufelskreis entsteht, der alle oben genannten schädlichen Auswirkungen nach sich ziehen kann.


Sprachentwicklung: Macht ein Schnuller Sprachprobleme?