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Warum Wimmelbücher ein Must-Have sind und wie Eltern damit die Sprachentwicklung von Kindern stärken

Aktualisiert: Okt 6

Kinderbücher bzw. das Vorlesen ist unglaublich wichtig für die Entwicklung von Kindern (mehr dazu hier). In diesem Artikel erkläre ich Dir, warum Wimmelbücher in keinem Kinderzimmer fehlen sollten und wie Du sie vielfältig zur Sprachförderung und zum lustvollen Erzählen bei Kindern jeden Alters einsetzen kannst.

Was ist ein Wimmelbuch und worin liegen seine Vorteile?


Bilderbücher ohne Text

Ein Wimmelbuch kommt gänzlich ohne Text aus. Der Fortgang der Handlung ergibt sich ausschließlich aus den Bildern. Auf den Seiten eines Wimmelbuches wimmelt es regelrecht von unterschiedlichen Menschen, Tieren, Objekten, Handlungen und Situationen.

Dabei können wir gemeinsam mit den Kindern Szenen erkunden und fantasievolle Geschichten erfinden. Die Illustrationen sind sehr lebendig und die Kinder können in den Darstellungen viel entdecken. In den doppelseitigen Panoramabildern, die größer als A4 angelegt sind, lassen sich Details gut wahrnehmen. Es gibt mittlerweile aber auch kleiner Formate, die sich z.B. für Reisen gut eignen.


Kinderbücher mit vielfältigen Themen

Die Themen eines Wimmelbuches sind vielfältig; von der Stadt, auf dem Land, dem Bauernhof, in den Bergen, Jahreszeiten, vom Flughafen bis zum Kindergarten uvm. Die Kinder können in neue Welten eintauchen oder alltägliche Dinge und Situationen, aus ihrem eigenen Alltag wiederfinden und das Gesehene mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit abgleichen.


Kinderbücher für Kleinkinder bis Schulkinder

Die Menschen und Tiere im Wimmelbuch sind unterwegs durch Raum und Zeit, und ihre Geschichten lassen sich entdecken, entschlüsseln und in Sprache fassen. Einzelne Protagonisten finden sich auf jeder Seite wieder und so ergeben sich tolle Sprachimpulse beim Anschauen des Buches; z.B. „Was erlebt die Hundesitterin Hannah mit den Hunden? Begleite Familie Kramer bei ihrem Wocheneinkauf"usw. So werden Weltwissen, Sprechfreude, Wortschatz und Grammatik spielerisch erweitert.


Die Bilderbücher sprechen Kinder fast jeden Alters an; Babys und Kleinkinder im Alter von 18 Monaten, werden vorallem einzelne Objekte erkennen, zeigen und benennen. Ältere Kinder (ab 2-3 Jahren) werden bereits kleine Szenen und später ganze Geschichten erkennen und versprachlichen können.


Wimmelbücher können unzählige Male angesehen werden und werden nicht so schnell langweilig; die Kinder entdecken immer wieder neue Details und können sich die Bücher nach ihren Interessen und im eigenen Tempo erschließen.

Einblicke in das Wimmelbuch "Mein Tag" vom Wimmelbuchverlag (*Rezensionsexemplar)


Praxisbeispiele und Tipps für Eltern im Umgang mit Wimmelbüchern


Wie kannst Du das sprachanregende Potenzial von Wimmelbüchern zu Hause optimal nutzen und nebenbei noch spielerisch Konzentration und Aufmerksamkeit fördern?

Hier kommen 4 Ideen mit Praxisbeispielen für die Sprachförderung zu Hause und im Kindergarten:


Tipp 1: "Ich sehe was, ….."

Beschreibt die Merkmale (Farbe, Form, Größe, Funktion, Material etc.) eines abgebildeten Gegenstandes/Person, ohne ihn zu zeigen und direkt zu benennen.

Sage beispielsweise: „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist …….“ Danach werden die Rollen gewechselt und Dein Kind kann beschreiben. Tipp: Du kannst auch nach dem Verwendungszweck fragen: „Kann man es essen? Kann man damit spielen? Wie kann es sich bewegen?“


Tipp 2: Szenen abdecken

Nutzt Versteckscheiben, um einzelne Szenen und Bilder abzudecken und danach zu fragen. Schneide dazu Scheiben aus Pappe mit einem Durchmesser von etwa sechs Zentimetern zu. Ein Post-it bzw. Klebezettel tut´s natürlich auch!

So gehts: Zuerst wird eine Doppelseite des Buches gemeinsam betrachtet. Dann schließt das Kind kurz seine Augen, während du die Scheiben auf dem Wimmelbild verteilst. Nun geht es darum, zu erinnern, welche Szenen unter den Scheiben verdeckt sind. Eine Stelle wird ausgesucht und erzählt, was darunter verborgen ist. Dann wird gemeinsam überprüft ob das, was formuliert wurde, mit der Abbildung übereinstimmt.


Tipp 3: Hauptdarsteller für Geschichten suchen

Lasse Dein Kind eine Figur aussuchen. Die Figur wird kopiert und ausgeschnitten.

Tipp: Wiederkehrende Protagonisten sind meist am Anfang oder am Ende des Buches groß dargestellt.

Nun könnt ihr die Figur auf den jeweiligen Seiten suchen und beschreiben, was die Person gerade tut. Auch könnt ihr mit der Figur eine eigene Geschichte spinnen. Damit fungiert die Person als roter Faden; die weiterführende Handlung ergibt sich jedes mal durch das Umblättern der Seite. Ihr könnt auch euer eigenes Hörspiel herstellen; indem ihr die Geschichte aufnehmt. Das motiviert Kinder ungemein!


Tipp 4: Kinderdiktat

Dein Kind diktiert Dir seine Geschichte und Du verschriftlicht diese.

Das sogenannte „Kinderdiktat“ hat den Effekt, dass Kleinkinder unmittelbar erleben, wie gesprochene Sprache in Schriftzeichen festgehalten wird und hilft damit, das Konzept „Schrift” zu verstehen. Der Erwachsene sollte dabei das Aufgeschriebene immer wieder vorlesen und nachfragen, z.B.: „Soll das so bleiben?“. Dieses Ritual hilft Kindern, ihre Formulierungen und Inhalte zu überprüfen und wenn nötig, zu verändern oder zu korrigieren. Die Mitschriften können später zu einem Geschichtenbuch gebunden werden. Damit hat ein Kind sein ganz eigenes Buch erschaffen, aus dem immer wieder vorgelesen werden kann. Das macht unglaublich stolz!


Viel Freude beim Miteinandersprechen, Lernen und Entdecken!

Patricia


Tipp: Viele weitere Empfehlungen für Kinderbücher und Materialien zum Spielen und Lernen findest Du hier.

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