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Hört mein Kind ausreichend? Auf diese 8 Anzeichen sollten Eltern im Alltag achten

Aktualisiert: Juli 9

Die Sprachentwicklung und die Fähigkeit zu hören gehen Hand in Hand! Damit Ihr Kind anfangen kann zu sprechen, muss es zuerst hören können.

Woran erkenne ich, dass mein Kind hört?

Hörentwicklung bei Kindern

In den ersten Lebensmonaten äußern sich die Reaktionen des Kindes durch Augenblinzeln, Reflexbewegungen und leichte Kopfbewegungen. Im 4. bis 6. Monat werden die Kopfbewegungen als Reaktion auf einen akustischen Reiz deutlicher; die Kinder wenden sich dem Schallsignal zu und reagieren auf Ansprache durch ihre Eltern. Mit ca. 9 Monaten fangen Kinder an, eine Schallquelle automatisch zu lokalisieren. Ab dem ersten Lebensjahr reagieren Kinder sicher und direkt auf akustische Reize, auch wenn die Schallquelle nicht sichtbar ist. Der Hörsinn und damit die Fähigkeit zu hören ist eine wichtige Grundlage für die lautsprachliche Kommunikation, die Sprachentwicklung und die kognitiv-soziale Entwicklung eines Menschen.


Hörstörungen bei Kindern: Ursachen 

Die American Speech-Language-Hearing Association gibt an, dass zwei von 100 Kindern unter Hörstörungen leiden. Hörstörungen können genetisch bedingt sein. Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft, beispielsweise Röteln oder Komplikationen bei der Geburt können ebenfalls Ursachen frühkindlicher Hörstörungen sein.

Auch im weiteren Verlauf der kindlichen Entwicklung kann das Gehör geschädigt werden. Mittelohrentzündungen, aber auch Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln oder Scharlach gehören zu den häufigsten Ursachen später auftretender Hörstörungen. Hörminderungen können auch Folge von übermäßigem Ohrenschmalz sein.

Wenn das Kind zum Zeitpunkt der Erkrankung bereits spricht, besteht die Gefahr, dass solche Hörstörungen längere Zeit unbemerkt bleiben.


MITTELOHRENTZÜNDUNGEN (MOE)

Sprechen wir über Ohrenentzündungen. Einige Kinder bekommen nur eine MOE, während andere jeden Monat mit einer Infektion zu kämpfen haben. Eine Mittelohrentzündung ist eine Infektion des Ohres, bei der sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt. Dies kann dann zu unterschiedlich stark ausgepägten Hörminderungen führen. Langanhaltende oder stetig wiederkehrende Mittelohrentzündungen wirken sich nachteilig auf die Sprachentwicklung eines Kindes aus. Haben Sie schon einmal Sprache unter Wasser gehört? Wenn dies ihrem Kind immer und immer wieder passiert, hört es höchstwahrscheinlich die Wörter, die Sie sagen und die Laute, die Sie artikulieren, nicht deutlich genug, um sie auch richtig zu erwerben.


Wie wird eine Hörstörung bei Kindern behandelt?

In der Regel kann diese durch Medikamente oder Operationen behoben werden. Bei Kindern mit übermäßigem und wiederkehrenden Paukenergüssen werden häufig Paukenröhrchen eingesetzt, um das Abfließen der Flüssigkeit zu erleichtern und die Hörfähigkeit zu verbessern. Auch dauerhaft hörgeschädigten Kinder gelingt mit heutigen Hörhilfen in der Regel eine normale sprachliche Entwicklung, wenn die Hörstörung frühzeitig erkannt und behandelt wird.


Anzeichen von Hörstörungen im Alltag: Tipps für Eltern

Beobachten Sie ihr Kind! Zeigt es nachfolgend beschriebene Verhaltensweisen bzw. Symptome sollten Sie einen Facharzt (HNO, Pädaudiologe, Phoniater) konsultieren. Dieser wird u.a. einen Hörtest machen und weiß wann, welche Behandlungsschritte einzuleiten sind.


  • Ihr Kind reagiert nicht adäquat auf Ansprache bzw. wenn sie nach ihm rufen.

  • Das Kind reagiert nicht reflexhaft bei lauten, unerwarteten Geräuschen, z. B. mit dem Hinwenden zur Geräuschquelle. Aber erschreckt bei Vibration/ Berührung etc.

  • Ihr Kind folgt Anweisungen nicht korrekt.

  • Ihr Kind reagiert oft mit „Wie?“ oder “Was?“

  • Die Sprachentwicklung Ihres Kindes ist im Vergleich zu Gleichaltrigen langsamer.

  • Die Artikulation Ihres Kindes ist unverständlich.

  • Ihr Kind stellt Medien (Radio, TV etc.) sehr laut ein

  • Ihr Kind spricht unangemessen laut, hat eine hohe Stimme oder eine wenig ausgeprägte Sprechmelodie.


Neben der guten medizinischen Versorgung braucht eine erfolgreiche Behandlung immer ihre elterliche Mithilfe: Wichtig sind insbesondere eine intensive sprachliche Anregung und gegebenenfalls eine sprachtherapeutische Therapie/ Logopädie.


  • ASHA (American Speech, Language, Hearing Association). Self-Test for Hearing Loss. URL: http://www.asha.org/public/hearing/Self-Test-for-Hearing-Loss/; 11.12.2012

  • Probst, R.; Grevers, G.; Iro, H. (Hrsg.) (2008): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 3. Aufl., Stuttgart: Thieme


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