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Hörstörungen bei Kindern - Auf diese 8 Anzeichen sollten Eltern im Alltag achten

Aktualisiert: Okt 6

Die Sprachentwicklung und die Fähigkeit zu hören gehen Hand in Hand! Damit Dein Kind anfangen kann zu sprechen, muss es zuerst hören können.

Woran erkenne ich, dass mein Kind hört?

Hörstörungen bei Babys und Kleinkindern - Was Eltern tun können

Hörentwicklung bei Babys und Kleinkindern


In den ersten Lebensmonaten äußern sich die Reaktionen des Kindes durch Augenblinzeln, Reflexbewegungen und leichte Kopfbewegungen. Im 4. bis 6. Monat werden die Kopfbewegungen als Reaktion auf einen akustischen Reiz deutlicher; die Kinder wenden sich dem Schallsignal zu und reagieren auf Ansprache durch ihre Eltern.

Mit ca. 9 Monaten fangen Kinder an, eine Schallquelle automatisch zu lokalisieren.

Ab dem ersten Lebensjahr reagieren Kinder sicher und direkt auf akustische Reize, auch wenn die Schallquelle nicht sichtbar ist. Der Hörsinn und damit die Fähigkeit zu hören ist eine wichtige Grundlage für die lautsprachliche Kommunikation, die Sprachentwicklung und die kognitiv-soziale Entwicklung eines Menschen.


Hörstörungen bei Kindern: Ursachen


Die American Speech-Language-Hearing Association gibt an, dass zwei von 100 Kindern unter Hörstörungen leiden. Hörstörungen können genetisch bedingt sein. Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft, beispielsweise Röteln oder Komplikationen bei der Geburt können ebenfalls Ursachen frühkindlicher Hörstörungen sein.

Auch im weiteren Verlauf der kindlichen Entwicklung kann das Gehör geschädigt werden. Mittelohrentzündungen, aber auch Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln oder Scharlach gehören zu den häufigsten Ursachen später auftretender Hörstörungen. Hörminderungen können auch Folge von übermäßigem Ohrenschmalz sein.

Wenn das Kind zum Zeitpunkt der Erkrankung bereits spricht, besteht die Gefahr, dass solche Hörstörungen längere Zeit unbemerkt bleiben.


Mittelohrentzündungen und Paukenergüsse


Sprechen wir über Ohrenentzündungen. Einige Kinder bekommen nur eine Mittelohrentzündung, während andere jeden Monat mit einer Infektion zu kämpfen haben. Eine Mittelohrentzündung ist eine Infektion des Ohres, bei der sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt. Dies kann dann zu unterschiedlich stark ausgepägten Hörminderungen führen. Langanhaltende oder stetig wiederkehrende Mittelohrentzündungen wirken sich nachteilig auf die Sprachentwicklung eines Kindes aus. Haben Sie schon einmal Sprache unter Wasser gehört? Wenn dies ihrem Kind immer und immer wieder passiert, hört es höchstwahrscheinlich die Wörter, die Sie sagen und die Laute, die Sie sprechen, nicht deutlich genug, um sie auch richtig zu lernen. Eine Aussprachestörung kann die Folge sein.


Wie wird eine Hörstörung bei Kindern getestet und behandelt?


Ein Hörtest überprüft die Hörfähigkeit. Lasse diesen am besten von einem Pädaudiologen vornehmen. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt für Kinder weiß wann, welche Behandlungsschritte einzuleiten sind. Die Behandlung von Hörstörungen erfolgt meist mit Medikamente oder Operationen. Bei Kindern mit übermäßigem und wiederkehrenden Paukenergüssen werden häufig Paukenröhrchen eingesetzt, um das Abfließen der Flüssigkeit zu erleichtern und die Hörfähigkeit zu verbessern. Auch dauerhaft hörgeschädigten Kinder gelingt mit heutigen Hörhilfen in der Regel eine normale sprachliche Entwicklung, wenn die Hörstörung frühzeitig erkannt und behandelt wird.


Hörstörungen im Alltag erkennen: Tipps für Eltern

Beobachte Dein Baby und Kind! Zeigt es nachfolgend beschriebene Verhaltensweisen bzw. Symptome solltest Du einen Facharzt (HNO-Arzt, Pädaudiologe, Phoniater) konsultieren.


  • Das Kind spricht (plötzlich) nicht mehr. Das Kind spricht nicht mit 2, 3 Jahren, 4 Jahren, 5 Jahren, 6 Jahren.

  • Das Kind reagiert nicht adäquat auf Ansprache bzw. wenn sie nach ihm rufen.

  • Das Kind reagiert nicht reflexhaft bei lauten, unerwarteten Geräuschen, z. B. mit dem Hinwenden zur Geräuschquelle. Aber erschreckt bei Vibration/ Berührung etc.

  • Das Kind folgt Anweisungen nicht korrekt.

  • Das Kind reagiert oft mit „Wie?“ oder “Was?“

  • Die Sprachentwicklung Ihres Kindes ist im Vergleich zu Gleichaltrigen langsamer.

  • Das Kind spricht nicht in Kindergarten oder Schule.

  • Die Aussprache Ihres Kindes ist unverständlich. Es nuschelt oder lispelt.

  • Das Kind stellt Medien (Radio, TV etc.) sehr laut ein.

  • Das Kind spricht unangemessen laut, hat eine hohe Stimme oder eine wenig ausgeprägte Sprechmelodie.

Neben der guten medizinischen Versorgung braucht eine erfolgreiche Behandlung immer ihre elterliche Mithilfe: Wichtig sind insbesondere eine intensive sprachliche Anregung und gegebenenfalls eine sprachtherapeutische Therapie/ Logopädie.


Dein Kleinkind spricht (noch) nicht oder nur sehr undeutlich? Der Hörtest war jedoch unauffällig? Vielleicht ist Dein Kind ein Late Talker. Was du dann tun kannst, wenn Dein Kind ein Late Talker ist, erfährst du in diesem Artikel.


  • ASHA (American Speech, Language, Hearing Association). Self-Test for Hearing Loss. URL: http://www.asha.org/public/hearing/Self-Test-for-Hearing-Loss/; 11.12.2012

  • Probst, R.; Grevers, G.; Iro, H. (Hrsg.) (2008): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 3. Aufl., Stuttgart: Thieme


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